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Newsletter 14 (2000)

Dieses Interview ist Eigentum des DXF. Kopien in irgendwelcher Form auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung. (c) 2000 DXF

Exklusiv-Interview mit Ebonie Smith (M'Lila)

Als Ihnen die Rolle der M'lila angeboten wurde, wussten Sie da bereits, wie populär die Serie war? Waren Sie vielleicht sogar ein Xena-Fan? Sehen Sie sich die Serie im Fernsehen an?

Als ich für die Rolle von M'lila vorsprach war mir nicht bewusst, wie populär Xena, die Kriegerprinzessin war! Ich hatte Trailer für die Serie im Fernsehen gesehen, aber keine ganze Folge. Ich wusste allerdings, dass mein Vater ein großer Xena-Fan war und deshalb habe ich mit ihm über die Serie und die Charaktere gesprochen, bevor ich vorgesprochen habe.

Was hat Sie dazu bewogen, Schauspielerin zu werden? In welchen Serien und Filmen hatten Sie Auftritte?

Als ich mit der Schauspielerei begann, war ich gerade sechs Jahre alt. Meine erste Rolle im Fernsehen war in einer sehr bekannten Serie namens "The Jeffersons". Diese Serie lief über elf Jahre lang im Fernsehen! Kennt ihr die vielleicht? Ich spielte Jessica, die Enkelin der Jeffersons. Seither habe ich für viele verschiedene Fernsehsendungen gearbeitet. Mit neun Jahren stand ich für Lethal Weapon mit Mel Gibson und Danny Glover vor der Kamera. Wir hatten damals keine Ahnung, dass das der erste von vier Lethal Weapon - Filmen war, in denen ich Danny Glovers jüngste Tochter Carrie spielen würde. Als Lethal Weapon II gedreht wurde, war ich zwölf, in Lethal Weapon III vierzehn und zwanzig Jahre in der jüngsten Fortsetzung, Lethal Weapon IV! In den Lethal Weapon - Filmen kann man sehen, wie ich von einem kleinen Mädchen zu einer jungen Frau werde! Mit den Schauspielern und der Crew von Lethal Weapon zu arbeiten, war eine tolle Erfahrung. Mel und Danny sind tolle Kerle, sie sind freundlich, stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden, sind schelmisch und sehr familienbewusst. Die meisten Crew-Mitglieder kennen sich bereits von den Dreharbeiten zu früheren Lethal Weapon - Filmen. Das Set war immer ein sehr angenehmer und auch lustiger Arbeitsplatz: und Mel und Danny spielen auf dem Set dauernd ihre Streiche!

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen einem Filmset, wie dem von Lethal Weapon und dem Set einer TV-Serie?

Es gibt drei verschiedene wichtige Produktionsarten: Spielfilme (Lethal Weapon), halbstündige Fernsehcomedies (Seinfeld) und einstündige TV-Shows (Xena). Bei einer Comedy-Show dauert die Arbeitswoche fünf Tage: vier Tage lang wird geprobt, einen Tag lang wird vor einem Live-Publikum aufgezeichnet. Die Shows werden in einer Studiokulisse gefilmt. Das Drehbuch (nur 20-25 Seiten) wird in chronologischer Reihenfolge geprobt, vom Anfang bis zum Schluss, und es wird auch in dieser Reihenfolge aufgezeichnet. Eine Filmproduktion ist etwas komplett anderes! Das Filmen ist ein sehr mühseliger, technischer Prozess, der präzise Belichtung für Kulisse und Schauspieler benötigt. Mindestens 90% der Zeit werden nur für die Vorbereitung einer Szene benötigt! Verglichen mit der Woche, die eine halbstündige Comedy-Show benötigt, braucht ein Kinofilm Monate bis zu seiner Fertigstellung. Bei einem Kinofilm werden die meisten Szenen als Außenaufnahmen gefilmt. Weil Xena und Herkules ebenfalls gefilmt werden, ähnelt die Arbeitsumgebung sehr den Dreharbeiten für einen Kinofilm. Die Szenen werden nicht in der richtigen Reihenfolge gedreht - abhängig von den Wetterbedingungen und der Szenerie. Es dauert ungefähr zwei bis drei Wochen (davon acht Tage, in denen die wichtigsten Aufnahmen gemacht werden), um eine Episode von Xena fertigzustellen.

Was ist Ihre bisher wichtigste Leistung als Schauspielerin? Wer sind Ihre liebsten Schauspieler und Schauspielerinnen?

Meine Rolle als M'lila in Xena ist eine meiner größten Leistungen als Schauspielerin. Es handelte sich um einen mehrdimensionalen Charakter, der eine große Bandbreite von Emotionen erforderte. Sie gehörte nicht in diese Zeit, war nicht von dieser Welt und war ganz anders als die anderen Charaktere, die ich in meinen fünfzehn Jahren in der Film- und Fernsehindustrie gespielt habe. Meine liebsten Schauspielerinnen sind Angela Basset, Susan Sarandon und Gwyneth Paltrow. Meine liebsten Schauspieler sind Mel Gibson, Danny Glover und Joseph Fiennes.

Wie wurden Sie für die Rolle der M'Lila in Xena ausgewählt?

Ende Mai 1996 rief mich meine Agentin zum Vorsprechen für die Rolle der M'lila. Sie faxte mir Seiten aus dem Drehbuch und die Beschreibung der Rolle zu. Als ich die Worte "Drehort Neuseeland" las, hatte ich gleich das Gefühl, dass ich die Rolle bekommen würde. Ich weiß nicht warum, aber irgend etwas Kosmisches sagte mir, dass ich auf dem Weg nach Neuseeland war. Ich mochte die Figur der M'lila von Anfang an! Sie war stark und weise, aber dennoch liebenswert und schlussendlich eine echte Freundin für Xena. Meine Mutter half mir dabei, ein Kostüm für das Vorsprechen zusammenzustellen. Ich habe mit jungen Frauen unterschiedlichster ethnischer Herkunft zusammen für die Rolle der M'lila vorgesprochen. In Hollywood gibt es nur eine sehr begrenzte Anzahl von Rollen für farbige Leute. Ich bewundere (die Produzenten von) Xena und Herkules sehr für ihre Offenheit, was die Vergabe von Rollen an Menschen aller ethnische Herkünfte betrifft.

Gab es eine spezielle Vorbereitung auf die Rolle?

M'lila spricht Gälisch, die Sprache ihrer Heimat Nordgallien. Während ich in Neuseeland war, habe ich täglich mit einem Sprachlehrer zusammen gearbeitet, der mir die richtige gälische Aussprache für meinen Text beigebracht hat. Die meisten der Stunt-Aufnahmen von M'lila wurden von einem Stuntman gemacht, der Kampfsport beherrschte. Ironischerweise war mein Stunt-Double ein männlicher Asiate, der mein Kostüm und braunes Make-Up trug, damit hinterher die Schnitte zusammen passten! Für die Szene, in der M'lila mit Caesars Männern kämpft und von dem Pfeil in den Rücken getroffen wird, habe ich mit einem Stunt-Choreographen gearbeitet. Er hat die Szene choreographiert - es hat soviel Spaß gemacht, diese Römer zu verprügeln!

Was hat dir bei den Dreharbeiten zu "Die Macht des Schicksals" am besten gefallen? Was weniger gut?

Diese Episode hielt ein breites Spektrum an Emotionen für meinen Charakter "M'lila" bereit. Sie war aggressiv, kämpferisch, bedrohlich, furchtlos, gleichzeitig aber auch liebenswürdig, sanft, fürsorglich und weise. Die Rolle war anspruchsvoll und aufregend. Es hat mir viel Spaß gemacht, mit den SchauspielerInnen und der Crew von "Xena" zusammenzuarbeiten. Alle waren nett und mit Leib und Seele bei der Arbeit. Die Crew war sehr professionell. Der Regisseur der Episode war Rob Tapert (jetzt Lucys Ehemann!). Die Zusammenarbeit mit ihm war großartig. Auch von der Kostümabteilung war ich beeindruckt - sie haben tatsächlich ein ganzes Team von DesignerInnen und NäherInnen dort, die die Kostüme aus den edelsten Materialien in Handarbeit herstellen. Die Arbeit an "Xena" ermöglichte es mir, zum ersten Mal nach Neuseeland zu reisen! Glücklicherweise hatte ich zwischen den Drehs ziemlich viel Freizeit und konnte so Auckland und die Umgebung erkunden. Der schwierigste Teil der Dreharbeiten zu "Die Macht des Schicksals" waren die Nachtdrehs bei 3 Grad Celsius! Es war soooooooo kalt! Ich bin ein California Girl, deshalb war das kalte Wetter (vor allem im Juni!) hart für mich. Zum Glück war mein Kostüm nicht so knapp wie andere, die ich gesehen habe! Die Crew hat sich sehr ins Zeug gelegt, um uns Schauspieler zwischen den Takes mit Wärmflaschen und Bademänteln warmzuhalten!

Hast du "M'lila's Song" selber gesungen oder wurdest du synchronisiert?

Obwohl ich den Text gelernt und das Lied auf dem Set gesungen habe, wurde meine Stimme in der endgültigen Ausstrahlung synchronisiert.

Würdest du gerne in einer weiteren "Xena"-Episode mitspielen, vielleicht auch in einer anderen Rolle?

Ich würde total gerne in einer weiteren "Xena"-Episode mitspielen! Es wäre schön, wenn M'lilas Geist auf die Erde zurückkehren könnte, um Xena aus einer Klemme zu helfen. Aber ich fände es auch toll, eine völlig andere Rolle darzustellen - die Möglichkeiten sind grenzenlos!!

Wie war die Zusammenarbeit mit Lucy und Reneé? Stehst du noch in Kontakt mit den Leuten von der Serie?

Lucy Lawless war ein richtiger Schatz bei der Arbeit! Sie stand mit beiden Füßen ganz fest auf dem Boden und war sehr freundlich. Ganz zu schweigen davon, dass sie eine bemerkenswerte Schauspielerin ist. Sie spricht in der Serie mit amerikanischem Akzent (sie ist ein echter Kiwi), und obwohl sie ein Stunt Double hat, ist ihr Job körperlich unglaublich anstrengend. Leider hatte ich keine Szenen mit Reneé. Ich habe sie einmal bei einer Teambesprechung getroffen und fand sie ziemlich nett.

Wie sehen deine aktuellen Projekte aus? Willst du bei der Schauspielerei bleiben oder hast du andere Pläne? Gibt es eine bestimmte Rolle, die du in Zukunft gerne einmal spielen würdest?

Ich bin seit meinem sechsten Lebensjahr im Fernseh- und Filmgeschäft tätig! Im Mai 1998 habe ich meinen Abschluss in Film Production und in Chinesische Sprache und Kultur an der University of Southern California gemacht. Ich will mich jetzt erst einmal auf meine Karriere als Schauspielerin konzentrieren. Auf lange Sicht würde ich gerne auf einem Feld arbeiten, das meine Liebe zur Schauspielerei mit meiner Leidenschaft für Fremdsprachen vereint! Vor kurzem erst hatte ich einen Gastauftritt in einer neuen Serie namens "Roswell" [in der übrigens Tara-Darstellerin Shiri Appleby eine Hauptrolle spielt!]. Im November [1999] werde ich in Michigan als "M'lila" an einer Xena Publicity Veranstaltung teilnehmen!

Bist du schon einmal in Deutschland oder in Europa gewesen?

Diesen Sommer bin ich zum ersten Mal nach Europa gereist! Innerhalb von drei Wochen habe ich Städte in Frankreich, Italien und Spanien besucht. Ich plane, nächstes Jahr nach Europa zurückzukehren, um Deutschland, die Schweiz und die Britischen Inseln zu besuchen. Meine Urgroßmutter ist Deutsche, ich würde sehr gerne nach Deutschland kommen und nach möglichen Verwandten forschen.

Interview: Monika Brinkmann und Hans-Jörg Stangor
Übersetzung: Monika Brinkmann und Susanne Webel


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