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Newsletter 05 (1998)

Dieses Interview ist Eigentum des DXF. Kopien in irgendwelcher Form auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung. (c) 1998 DXF

Exklusiv-Interview mit Kevin Smith (Ares)

Botschaft von Kevin:
Guten Tag! Es erstaunt mich immer wieder, was für einen weitreichenden Effekt die Serie hat; wie sie Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede überwindet. Es ist echt cool, Feedback aus Deutschland zu bekommen, denn ich habe nicht nur an der Highschool zwei Jahre Deutsch gelernt (leider ist nur wenig hängengeblieben), sondern darüber hinaus auch deutsche Wurzeln. Auf mütterlicher Seite habe ich Vorfahren aus Tonga und Deutschland. Mein matriarchaler Familienname ist "Guttenbeil". Um es in der Mundart der Kiwis [Neuseeländer] zu sagen: "You bewdy" ["you beauty" frei übersetzt: Prächtig!] Cheers, Kevin

Kevin, wie du vielleicht weißt, ist "Xena" in Deutschland sehr populär - und du auch! Wie hast du die Rolle des "Ares" bekommen?
Ich hatte im Mai 1995 Hercs 'guten' Bruder Iphicles gespielt und ging danach ans Theater zurück. Während ich in einer Michael Hurst-Produktion "Othello" spielte, trat man mit der Rolle des Ares an mich heran. Als ich die Arbeit an dem Theaterstück also beendete, begann ich mit den Dreharbeiten zu "Xena" (obwohl ich gleichzeitig eine Rolle in einem Musical angenommen hatte... Ich drehte also tagsüber und raste abends ins Theater.)

Was sind deiner Meinung nach die Gründe für Xenas phänomenalen Erfolg?
Es gibt so viele offensichtliche Gründe: beispielsweise eine starke Frauenrolle (und natürlich Lucy selbst) und die düstere Beschaffenheit des Ganzen, die in Xenas Geschichte und ihrem ständigen Kampf darum, das Richtige zu tun, begründet liegt. Genau wie bei "Hercules" sind die Episoden fast so etwas wie 'moderne' Moralitäten. Es macht aber auch einfach eine Menge Spaß, es kann auf vielen verschiedenen Ebenen genossen werden und es ermöglicht Erwachsenen, Teil an einer erhöhten Fantasiewelt zu haben.

Inwiefern hat der Kriegsgott sich seit seinem ersten Auftritt in "The Reckoning" verändert?
Vom Äußerlichen einmal abgesehen (längere Haare und ein irres Glitzerkostüm) ist Ares meiner Meinung nach charmanter und witziger geworden (auf eine bösartige Tim Curry/Alan Rickman Art und Weise).

Wie sollte Ares sich deiner Meinung nach entwickeln? Würdest du in Zukunft lieber mehr Dramatik oder mehr Humor sehen?
Obwohl es viel Spaß macht, die komödiantischen Aspekte der Rolle auszuspielen, ist es wichtig, daß wir nie die Gefahr aus den Augen verlieren. Es wäre auch schön, mehr von dem Dilemma zu sehen, von den inneren Konflikten des guten, alten Ares.

Nur wenige Leute in Deutschland wissen, daß du auch Musiker bist. Wie würdest die Art von Musik beschreiben, die du machst und bist du noch aktiv dabei?
Als ich früher in meiner fernen Jugend in Bands spielte, war ich stark an der alternativen Rockszene beteiligt. (Ihr könnt Beth fragen, die bestätigen wird, wie wenig mainstream meine frühen Ausflüge in die Musik mit einer Band namens 'Say Yes To Apes' waren.) Heutzutage spiele ich aus Spaß (und aus therapeutischen Gründen) in einer Band, die sich auf etwas spezialisiert hat, das man nur als beschissene 70er Musik bezeichnen kann - tragisch und verkünstelt.

Angesichts der Tatsache, daß du Musiker bist - wird dieses Talent vielleicht auch einmal in "Xena" zu bewundern sein?
Ich singe einige Songs in 'Bitter Suite' (Anm. der Red.: Die berühmt-berüchtigte Musicalepisode der 3. Staffel). Doch seht euch vor - in einer Nummer bin ich gezwungen zu tanzen - definitiv mein bescheidenstes Talent - sehr bescheiden sogar.

Würdest du gerne einmal bei einer Folge von "Xena" Regie führen (wie Bruce Campbell es in der 3. Staffel getan hat?)
Du meine Güte, nein - ich verstehe und kontrolliere meine Schauspielerei ja kaum - warum es noch verschlimmern?

Gibt es Unterschiede zwischen der Arbeit auf dem Xena & Hercules Set?
In 'Herc' kann ich ganz einfach böse sein, denn es ist kein Geheimnis, daß Ares seinen Bruder vernichten will. In 'Xena' ist auch immer das Element der Verführung im Spiel, was ebenfalls eine Menge Spaß macht. Ich genieße beide Serien aus verschiedenen Gründen.

Wie ist die Arbeit mit Lucy und Reneé?
Ich kenne Lucy seit acht oder neun Jahren. Also fühlen wir uns sehr wohl miteinander. Sie ist immer noch dasselbe Kiwi-Girl wie früher (Oh, erwähnte ich schon, daß sie einfach umwerfend ist?). Reneé ist eine Seele von Mensch. Ich mag sie sehr. Wir haben erst seit kurzem gemeinsame Szenen, doch als Schauspielerin ist sie unglaublich uneigennützig und großzügig.

Auf welche Leistung bist du als Künstler am stolzesten?
Es erstaunt mich immer noch, daß ich meine Familie durch diesen albernen Beruf ernähren kann. Bisher ist mir niemand auf die Schliche gekommen, und ein gewisses Maß an Abwechslung ist angenehm, um zu verschiedenen Zeiten über die Runden zu kommen. Ich schauspielere, spiele in einer Band, arbeite mit einer Comedy-Truppe und trete als Stand Up-Comedian auf. Doch in künstlerischer Hinsicht betrachte ich 'Othello' sicherlich als den Höhepunkt.


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  dxf-kontakt: dxf@autolycus.de letztes update: 12.06.2000